
Globalstrahlung
Die Globalstrahlung ist die gesamte Sonneneinstrahlung auf eine horizontale Fläche. Sie setzt sich zusammen aus direkter Sonnenstrahlung, diffuser Strahlung vom Himmel und der von der Umgebung reflektierten Strahlung. Gemessen wird sie mit einer Wetterstation oder einem waagerecht montierten Pyranometer.
Meldet ein Wetterdienst 800 W/m² Globalstrahlung, gilt dieser Wert für eine waagerechte Fläche, nicht für ein geneigtes PV-Modul. Wie viel Energie tatsächlich auf dem Modul ankommt, sagt er nicht.
Einstrahlung auf Modulebene
Die Einstrahlung auf Modulebene ist die Sonneneinstrahlung, die direkt auf der geneigten Modulfläche ankommt. Sie berücksichtigt Dachneigung, Ausrichtung nach Süden, Osten oder Westen, Verschattung, Reflexionen und den tatsächlichen Sonnenstand. Gemessen wird sie mit einem Pyranometer oder einer Referenzzelle im Modulwinkel, oder sie wird aus Wetterdaten berechnet.
Wie groß der Unterschied sein kann
| Situation | Globalstrahlung | Einstrahlung auf Modulebene | Für Thermografie |
|---|---|---|---|
| Modul Süd, 35° Neigung, mittags | 800 W/m² | ca. 900–1.000 W/m² | geeignet |
| Modul Ost, morgens | 800 W/m² | ca. 600 W/m² | grenzwertig |
| Modul West, morgens | 650 W/m² | ca. 300–400 W/m² | nicht geeignet |
Beispielwerte zur Veranschaulichung. Die tatsächlichen Werte hängen von Datum, Uhrzeit, Bewölkung und Standort ab.
Warum das für die Thermografie entscheidet
Fehler wie defekte Zellen, Bypassdioden oder Steckverbinder zeigen sich im Wärmebild nur, wenn das Modul unter ausreichender Last arbeitet. Als Faustregel gilt eine Mindesteinstrahlung von 600 W/m² auf Modulebene, nicht als Globalstrahlung.
Wer nur die Globalstrahlung betrachtet, fliegt womöglich zur falschen Zeit. Im Beispiel oben zeigt der Wetterdienst 650 W/m², auf den westlichen Modulen kommen am Morgen aber nur 300 bis 400 W/m² an. Die Module sind nicht ausreichend belastet, Hotspots erscheinen schwach oder gar nicht. Das Ergebnis ist ein Bericht ohne Befund, obwohl die Anlage Fehler hat.
Was wir bei jeder PV-Thermografie dokumentieren
- Globalstrahlung
- Einstrahlung auf Modulebene
- Modulneigung und Ausrichtung
- Uhrzeit der Aufnahme
- Umgebungstemperatur
- Windgeschwindigkeit
Erst mit diesen Angaben lässt sich ein Wärmebild bewerten und später mit einer Wiederholungsmessung vergleichen. Bei Anlagen mit mehreren Ausrichtungen planen wir die Befliegung so, dass jede Teilfläche zu ihrer günstigsten Tageszeit erfasst wird.
Kurz zusammengefasst
Globalstrahlung ist die Sonnenenergie auf einer waagerechten Fläche. Einstrahlung auf Modulebene ist die Sonnenenergie auf der geneigten Modulfläche. Für die Thermografie zählt immer die Einstrahlung auf Modulebene.
Mehr zur PV-Thermografie · Thermografie aus der Luft: Was ein Wärmebild zeigt
Häufige Fragen
Wie erkennt man Hotspots an Solarmodulen?
Mit einer Wärmebildkamera bei ausreichender Einstrahlung auf Modulebene. Defekte Zellen, Bypassdioden oder Steckverbinder erscheinen wärmer als ihre Umgebung. Das Sichtbild derselben Stelle zeigt, ob Verschmutzung oder Verschattung die Ursache ist.
Was kostet es, eine PV-Anlage mit Drohne prüfen zu lassen?
Das hängt von Anlagengröße, Anzahl der Dachflächen und Ausrichtungen, Zugänglichkeit und Auswertungstiefe ab. Bei mehreren Ausrichtungen können zwei Termine nötig sein, damit jede Teilfläche bei ausreichender Einstrahlung erfasst wird.
Wie oft sollte eine PV-Anlage per Thermografie geprüft werden?
Sinnvoll sind eine Aufnahme nach der Inbetriebnahme als Ausgangszustand, eine vor Ablauf der Gewährleistung und danach regelmäßige Kontrollen. Wie oft, hängt von Anlagengröße und Ertragsbedeutung ab.
Quellen
- VDE Verlag: IEC TS 62446-3:2017, Thermografie von PV-Anlagen
- photovoltaik.info: Thermografie bei PV-Anlagen
Abgerufen im Oktober 2026.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick nach bestem Wissen. Er ersetzt keine Rechtsberatung und keine Beurteilung durch Sachverständige. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Normen, Richtlinien und Herstellerangaben.